GEFÜHL

Übungen

    Nachdem wir die Beobachtung wiedergegeben haben, geht es darum auszusprechen, wie wir uns fühlen, wenn wir diese Handlung beobachten. Wir wollen es ehrlich der anderen Person gegenüber sagen. Indem wir ihr sagen „was mit uns los ist“, „wie wir uns fühlen“ und „was in uns lebendig ist“. Und beim nächsten Schritt sagen wir was wir brauchen, damit es uns besser geht!

    Es wird untwerschieden zwischen echten Gefühlen und Pseudogefühlen!

    Echte Gefühle
    Bei echten Gefühlen geht es nur um mich selbst. Was ist lebendig in mir? Wie ich mich fühle, hängt zum Einen davon ab, wie ich eine bestimmte Situation einschätze. Was ich in dieser Situation denke, hoffe und erwarte. Also welche Bedeutung ich dieser Situation beimesse.

    Hier unterscheiden wir auch noch zwischen "Gefühle bei erfüllten Bedürfnisse" und "Gefühle bei nicht erfüllten Bedürnissen".

    Pseudogefühle
    Bei diesen "Pseudo- oder auch Tätergefühlen" liegt die Aufmerksamkeit mehr bei dem, was jemand anderes mir meiner Meinung nach antut/angetan hat „Sie akzeptiert mich nicht“ lenkt die Aufmerksamkeit auf die andere Person und weg von mir selbst und meinem Gefühl. „Ich bin traurig, weil mir Zugehörigkeit wichtig ist...“. Die implizierte Vorwurfshaltung bei den Pseudo-Gefühlen löst in anderen oft Ohnmacht, Resignation, Abwehr oder Verteidigung aus.


    Versuchen sie es einmal selbst! Echtes Gefühl oder Pseudogefühl?

  • 1. Ich habe das Gefühl, du liebst mich nicht.

    Ich halte „du liebst mich nicht“ nicht für ein Gefühl. Vielmehr drückt es eher das aus, was der Sprecher darüber denkt, was die andere Person fühlt. Aber nicht, was er selber fühlt.

    Beispiel für ein Gefühl könnte sein: „Ich fühle mich verzweifelt.“ „Ich bin traurig.“

  • 2. Ich bin traurig, wenn du gehst.

    Hier wird ein Gefühl verbal ausgedrückt.

  • 3. Ich bekomme Angst, wenn du das sagst.

    Hier wird ein Gefühl verbal ausgedrückt.

  • 4. Wenn du mich nicht grüßt, fühle ich mich vernachlässigt.

    Ich halte „Vernachlässigkeit“ nicht für ein Gefühl. Vielmehr drückt es eher aus, was der Sprecher darüber denkt, was die andere Person ihr möglicherweise antut.

    Beispiel für ein Gefühl könnte sein: „Wenn du mich nicht grüßt, bin ich traurig, frustriert, enttäuscht.“

  • 5. Ich freue mich, dass du kommen kannst.

    Hier wird ein Gefühl verbal ausgedrückt.

  • 6. Du bist ekelhaft.

    Ich halte „ekelhaft“ nicht für ein Gefühl. Vielmehr drückt es eher aus, was der Sprecher über die andere Person denkt (Bewertung: „du bist“ ), und nicht, wie er sich selbst fühlt.

    Beispiel für ein Gefühl könnte sein: „Ich fühle mich angeekelt!“

  • 7. Ich habe Lust dich zu schlagen.

    Ich halte „Lust dich zu schlagen“ nicht für ein Gefühl. Vielmehr drückt es eher aus, was der Sprecher sich vorstellt zu tun, und nicht, wie er sich selbst fühlt.

    Beispiel für ein Gefühl könnte sein: „Ich bin sauer auf dich.“

  • 8. Ich fühle mich missverstanden.

    Ich halte „missverstanden“ nicht für ein Gefühl. Vielmehr drückt es eher aus, was der Sprecher denkt, was die andere Person macht, und nicht, wie er sich selbst fühlt.

    Beispiel für ein Gefühl könnte sein: „Ich fühle mich mutlos.“

  • 9. Ich habe ein gutes Gefühl zu dem, was du für mich getan hast.

    Hier wird ein Gefühl verbal ausgedrückt. Wobei das Wort „gut“ als Gefühlsbeschreibung ungenau ist. Wir können unsere Gefühle deutlicher zum Ausdruck bringen. Hier z.B.: erleichtert, ermutigt, hocherfreut.

  • 10. Ich fühle mich wertlos.

    Ich halte „wertlos“ nicht für ein Gefühl. Vielmehr drückt es eher aus, was der Sprecher über sich denkt, und nicht, wie er sich selbst fühlt.

    Beispiel für ein Gefühl könnte sein: „Ich fühle mich mutlos“ oder „Ich bin unsicher, was meine Fähigkeit als Gitarrist betrifft.“


  • Übung: Echte Gefühle oder Pseudo-Gefühle (Gedanken, Interpretationen, Analysen, Diagnosen, Vergleiche)

    01. Ich habe das Gefühl, du benutzt mich.
    02. Ich fühle mich angesichts des Arbeitsberges gestresst.
    03. Ich spüre doch, dass du was hast.
    04. Jetzt spüre ich eine große Enttäuschung.
    05. Ich fühle mich im Stich gelassen.
    06. Ich bin so erleichtert, dass du mir hilfst.
    07. Mit deiner Einschätzung liegst du nach meinem Gefühl völlig falsch.
    08. Ich habe Angst vor der Prüfung morgen.
    09. Ich fühle mich wie platt gewalzt.
    11. Ich freue mich über dein Geschenk.
    12. Ich habe das Gefühl, du verschweigst mir was.
    13. Ich hoffe, dass es heute Abend was Gutes zum Essen gibt.
    14. Ich spüre, dass du dich nicht wohl fühlst.
    15. Hier im Büro fühle ich mich völlig unwichtig.
    16. Ich bin echt sauer.
    17. Ich fühle mich, als hätte mich ein Pferd getreten.
    18. Ich mache mir große Sorgen um die Zukunft.
    19. Ich bin neugierig auf die neue Freundin.
    20. Ich habe das Gefühl, dass du mich echt akzeptierst.
    21. Es berührt mich, das zu hören.
    22. Dieser Film stimmt mich wirklich zuversichtlich.
    23. Ich habe das Gefühl, du bestimmst hier alles alleine.
    24. Die Trennung ist sehr schmerzlich für mich.
    25. Die neuen Bestimmungen irritieren mich irgendwie.
    26. Den Meetingablauf heute fand ich sehr frustrierend.
    27. Ich fühle mich total übergangen.
    28. Ich bin wirklich begeistert von der neuen Urlaubsregelung.


    Schicken sie mir doch die Lösung einfach per E-Mail?
    Ich schicke ihnen dann auch die "richtige" Lösung zu!