EMPATHIE

Übungen

    Empathie mit einem anderen Menschen bedeutet, sich in dessen Lage zu versetzen und mit ihm mitzufühlen, sich darüber klar zu werden, was der Andere fühlen muss, sowie die eigenen Gefühle zu erkennen und angemessen zu reagieren. Ein Lebewesen ist mit einem anderen empathisch, wenn es sich in dieses einfühlt, sich also vorstellt, es wäre das andere, beziehungsweise so fühlt, wahrnimmt und denkt, als wäre es das andere.

    Jetzt gehen wir einen Schritt weiter und wenden die vier Schritte auf andere Menschen an. Wir hören jetzt, was andere beobachten, fühlen, brauchen und erbitten. Wir nennen diesen Teil des Prozesses „empathisch aufnehmen“.
    Versuchen sie es einmal selbst! Welche Aussagen von Person B drücken Empathie aus?

  • 1. Person A: "Wie konnte ich so etwas dummes tun?"
    Person B: "Niemand ist perfekt; Sie sind einfach zu streng mit sich."

    Diese Aussage halte ich nicht für empathisch, weil Person B eher beschwichtigt als auf die Worte von Person A empathisch einzugehen. Person B hätte sagen können: Bist du traurig darüber weil du dich gerne so und so verhalten hättest?

  • 2. Person A: "Also, wenn Sie mich fragen; Wir sollten die ganzen Asylanten dahin zurückschicken, wo sie hergekommen sind."
    Person B: "Glauben Sie wirklich, das würde etwas ändern?"

    Hier versucht Person B Person A zu belehren anstatt empathisch zu reagieren. Person B hättest sagen können: Das hört sich für mich so an, als ob Sie sich darüber ärgern, dass zu viele ausländische Mitbürger in Deutschland sind.

  • 3. Person A: "Du bist nicht der liebe Gott."
    Person B: "Bist du frustriert, weil du möchtest, dass gesehen wird, dass diese Angelegenheiten auch anders interpretiert werden können?"

    Hier bin ich der Ansicht, dass Person B empathisch auf Person A reagiert

  • 4. Person A: "Ich glaube, du hältst meine Arbeit für selbstverständlich. Ich möchte mal sehen wie du ohne mich zurechtkommen würdest."
    Person B: Das stimmt nicht! Ich halte deine Arbeit nicht für selbstverständlich.

    Meiner Meinung nach widerspricht und verteidigt sich Person B. Person B hätte sagen können: Verstehe ich dich richtig? Du bist sauer darüber, weil du gerne Anerkennung und Wertschätzung für deine Arbeit und deine Person möchtest?

  • 5. Person A: "Wie konntest du so etwas zu mir sagen?"
    Person B: "Bist du verletzt, weil ich das gesagt habe?"

    Hier übernimmt Person B die Verantwortung für die Gefühle von Person A, statt empathisch darauf einzugehen, was Person A bewegt. Person B hätte sagen können: Bist du verletzt, weil dir wichtig ist, dass mit deinen Gefühlen und Bedürfnissen respektvoll umgegangen wird?

  • 6. Person A: "Ich ärgere mich über meinen Mann. Er ist nie da, wenn ich ihn brauche."
    Person B: "Du meinst, dass er öfter da sein sollte, als er da ist?"

    Hier reagiert Person B teilweise empathisch auf die Bedürfnisse und Gefühle von Person A.

    Person B könnte eine stärkere Verbindung aufbauen wenn sie Folgendes gesagt hätte: „Regst du dich auf weil dir Nähe und Zweisamkeit wichtig sind?

  • 7. Person A: "Es ekelt mich an, dass ich so zugenommen habe."
    Person B: "Vielleicht hilft dir Jogging?"

    Hier gibt Person B meiner Meinung nach Ratschläge, anstatt empathisch auf Person A zu reagieren. Person B hätte sagen könne: Du ärgerst dich, weil dir deine Gesundheit wichtig ist?

  • 8. Person A: "Die Vorbereitungen für die Hochzeit meiner Tochter nehmen mich so in Anspruch, dass ich ganz fertig bin. Die Familie ihres Verlobten tut gar nichts. Sie ändern jeden Tag ihre Meinung, wie die Hochzeit ablaufen soll."
    Person B: "Sie werden nervös, wenn Sie daran denken, wie Sie alles arrangieren sollen, und brauchen Rücksichtnahme und Unterstützung?"

    Hier reagiert Person B meiner Meinung nach empathisch auf Person A
  • 9. Person A: "Wenn mich meine Verwandten ohne rechtzeitige Ankündigung besuchen kommen, fühle ich mich überrannt. Es erinnert mich an meine Eltern, die meine Bedürfnisse immer ignoriert haben und für mich alles entschieden und geplant haben."
    Person B: "Ich weiß, wie du dich fühlst. Mir ist es ähnlich ergangen."

    Hier nimmt es Person B als gegeben hin, dass sie verstanden hat, um was es Person A geht, und spricht danach von den eigenen Gefühlen, statt empathisch zu reagieren. Person B hätte sagen können: Du ärgerst dich darüber, weil dir wichtig ist, dass du vorher informiert wirst, damit du evtl. dich darauf vorbereiten kannst?

    Oder: Du bist sauer, weil du gerne gefragt werden möchtest, weil dir wichtig ist, selber zu entscheiden, wann du Besuch empfangen möchtest.

  • 10. Person A: "Ihre Leistung enttäuscht mich. Ich hätte es gerne gesehen, dass sich die Produktion in Ihrer Abteilung letzten Monat verdoppelt."
    Person B: "Ich verstehe, dass Sie enttäuscht sind, aber wir hatten viele Ausfälle wegen Krankheit."

    Hier beginnt Person B mit einer empathischen Resonanz auf Person A, geht aber dann zu einer Rechtfertigung über.

    Person B hätte sagen können: Sie sind verärgert, weil sie gerne hätten, dass die Arbeit, die sie angeordnet haben, auch umgesetzt/erledigt wird.